Perfekter Start in die Bundesliga: zweites Spiel, zweiter Sieg. Der BVB gewinnt bei der TSG Hoffenheim mit 3:2 – und wenn man ehrlich ist, war das über weite Strecken alles andere als ein entspannter Nachmittag.
Gerade in der ersten Halbzeit tat sich Dortmund unglaublich schwer. Das Mittelfeld war phasenweise kaum präsent, wirkte teilweise fast teilnahmslos und ließ Hoffenheim viel zu einfach ins Spiel kommen. Zwar hatte der BVB seine Ballbesitzphasen, wirklich zwingend wurde es aber viel zu selten. Stattdessen ging Hoffenheim kurz vor der Pause durch Avdullahu mit 1:0 in Führung.
Auch nach dem Seitenwechsel wurde es zunächst nicht besser. In der 54. Minute erhöhte Lemperle sogar auf 2:0. Spätestens da musste man sich fragen, wie der BVB dieses Spiel noch drehen will.
Und dann ging plötzlich alles ganz schnell.
In der 61. Minute brachte Guirassy uns nach Vorlage von Anton wieder ran. Nur fünf Minuten später war der Rückstand komplett egalisiert: Fábio Silva, gerade erst eingewechselt, traf nach Vorarbeit von Guirassy zum 2:2.
Innerhalb weniger Minuten war aus einem zähen und teilweise wirklich enttäuschenden Auftritt plötzlich wieder ein komplett offenes Spiel geworden.
Und irgendwie lag danach sogar das 3:2 in der Luft. Der BVB hatte zwar nur 40 Prozent Ballbesitz und deutlich weniger Abschlüsse als Hoffenheim, kam aber nun viel zielstrebiger nach vorne und wirkte endlich wach.
Dann kam die 86. Minute.
Ausgerechnet Ethan Nwaneri, der erst unter der Woche verpflichtet wurde und bereits in der ersten Halbzeit für Mané ins Spiel gekommen war, zog ab. Sein Schuss wurde von Hajdari entscheidend abgefälscht und landete im Tor.
Offiziell ein Eigentor – aber der Impuls kam ganz klar von Nwaneri.
Glück für den BVB, ganz viel Pech für Hoffenheim.
Und genau solche Spiele musst du am Ende eben auch mal gewinnen.
Spielerisch war das sicher kein Glanzstück. Hoffenheim hatte 60 Prozent Ballbesitz, 18:11 Schüsse und 10:3 Ecken. Der BVB wirkte über lange Strecken träge, gerade im Zentrum fehlte oft der Zugriff. Aber: Die Mannschaft hat sich nach dem 0:2 nicht aufgegeben, innerhalb weniger Minuten zurückgekämpft und am Ende sogar noch den Sieg erzwungen.
Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieses Nachmittags.
Zäh wie Kaugummi, spielerisch noch mit ordentlich Luft nach oben – aber zwei Spiele, zwei Siege und sechs Punkte.
So darf eine Bundesliga-Saison gerne starten. 🖤💛