Der BVB bleibt makellos und gewinnt auch das vierte Bundesligaspiel der Saison. 1:0 beim VfB Stuttgart, vier Spiele, vier Siege und Tabellenplatz 1. Rein von den Ergebnissen her kann man sich aktuell also wirklich nicht beschweren.
Spielerisch sieht das allerdings etwas anders aus.
Auch in Stuttgart war es wieder eher schwere Kost. Viel Kontrolle, wenig Risiko, defensiv stabil – aber offensiv oft erstaunlich harmlos. Und langsam entsteht leider das Gefühl, dass sich BVB-Fans an genau diese Art Fußball gewöhnen müssen.
Gerade mit dem Potenzial, das in dieser Mannschaft steckt, dürfte nach vorne eigentlich deutlich mehr kommen. Der BVB hatte zwar immer wieder längere Ballbesitzphasen, wirklich zwingend wurde es aber viel zu selten.
Vor allem in der ersten Halbzeit war vieles Stückwerk. Dortmund stand ordentlich, ließ defensiv wenig zu, nach vorne fehlten aber Tempo, Ideen und die letzte Konsequenz. Zu viele Angriffe liefen sich fest, zu wenig Bewegung im letzten Drittel, zu wenig Überraschungsmomente.
0:0 zur Pause – und das passte ziemlich genau zum Spiel.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nicht viel. Dortmund blieb kompakt, Stuttgart versuchte immer wieder, Druck aufzubauen, ohne wirklich gefährlich zu werden.
Nach gut einer Stunde kamen dann mit Bellingham und Karetsas frische Kräfte – und wenig später fiel endlich das Tor des Abends.
In der 70. Minute bereitete Jobe Bellingham und Karetsas den Treffer vor und Maxi Beier machte das 1:0.
Und gerade dieser Treffer hatte noch eine kleine Extra-Geschichte.
Beier war bei der ersten Kadernominierung von Bundestrainer Jürgen Klopp für die anstehenden Nations-League-Spiele nicht berücksichtigt worden – obwohl er bei der WM im Sommer noch zum deutschen Aufgebot gehörte.
Die passende Antwort darauf gab es heute auf dem Platz: entscheidendes Tor, drei Punkte. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.
Danach kam die Phase, die man ausdrücklich positiv hervorheben muss.
Stuttgart warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne und versuchte mit aller Macht, den Ausgleich zu erzwingen. Der BVB ließ sich davon aber überhaupt nicht aus der Ruhe bringen.
Die Defensive steht.
Schlotterbeck, Anton, Gadou und Co. räumten konsequent auf, die Mannschaft blieb kompakt, arbeitete geschlossen gegen den Ball und verteidigte die knappe Führung souverän weg.
Und genau das ist aktuell wahrscheinlich die größte Stärke dieser Mannschaft.
Man hat nicht unbedingt das Gefühl, dass der BVB seine Gegner spielerisch auseinandernehmen wird. Aber man hat immer mehr das Gefühl, dass es verdammt schwer wird, gegen diese Mannschaft ein Tor zu erzielen.
Offensiv bleibt trotzdem deutlich Luft nach oben.
Mit der Qualität, die in dieser Mannschaft steckt, muss man sich eigentlich mehr klare Chancen erarbeiten. Mehr Tempo, mehr Mut, mehr Direktheit – gerade im letzten Drittel.
Denn auf Dauer wird es nicht immer reichen, auf diesen einen Moment zu warten.
Aber am Ende zählen eben auch die Ergebnisse.
4 Spiele. 4 Siege. Tabellenplatz 1. 💪
Ein klassischer Arbeitssieg. Nicht mehr – aber eben auch nicht weniger.
Nur der BVB! 🖤💛